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Wandpaneel · München, Deutschland

Formfeld 1

von Formfeld

Formfeld
Absorption bei 250–500 Hz, in situ gemessen
≈ 90 %
Mikroperforation, gelasert
0,5 mm
Tiefe des Reliefs
17,5 mm
Materialien, in vier Standardformaten
7

Ein algorithmisch gefrästes Relief aus massivem Ahorn: Seine Oberfläche streut den Schall, die Mikroperforation absorbiert ihn – ganz ohne Absorber dahinter.

Ahorn ist ein gleichmäßiges Holz, mit kleinen, unauffälligen Poren und Fasern und einem eigenen seidigen Glanz. Weil das Muster einen ruhigen Grund braucht, stammt das Holz eines Paneels für eine einheitliche Farbe aus einem einzigen Baum, und die Lamellen werden für stehende Jahresringe von Hand ausgewählt. Eine Behandlung mit Lauge und Seife hält das Holz hell.

Schon die gefräste Oberfläche streut auftreffenden Schall und bricht das Flatterecho auf, das sich zwischen parallelen Wänden aufbaut. Die Mikroperforation fügt Absorption hinzu: Im unteren Sprachbereich, zwischen 250 und 500 Hz, nimmt das Paneel rund 90 Prozent der auftreffenden Energie auf – in dem Bereich, der sich am schwersten behandeln lässt, weil die meisten akustischen Maßnahmen weiter oben im Spektrum wirken. Die Werte stammen aus In-situ-Messungen, nicht aus einer Laborprüfung nach ISO 354; der Bericht ist auf Anfrage erhältlich.

Formfeld 1 ist eine von mehreren algorithmischen Strukturen des Studios und die einzige mit einem standardisierten System aus Materialien, Formaten und Preisen. Jede Struktur erzeugt wiederholungsfreie Oberflächen, gleich welcher Größe; jedes Paneel trägt ein eigenes Muster, so unverwechselbar wie ein Fingerabdruck.

„Gestaltung und Funktion werden hier nicht gegeneinander abgewogen. Sie sind eine einzige Entscheidung.“
Formfeld

Technische Daten

Struktur
Formfeld 1
Material
Ahorn, ein Baum pro Paneel; mit Lauge und Seife behandelt
Oberfläche
Mikroperforiert: Löcher von ca. 0,5 mm, in die Mulden gelasert
Format
1.200 × 830 mm, 13,2 kg
Relief
17,5 mm tief, an den Graten 25 mm massives Holz
Akustik
Streut den Schall; absorbiert rund 90 % zwischen 250 und 500 Hz (In-situ-Messung, Bericht auf Anfrage)
Programm
Ahorn, Eiche hell, natur und schwarz, MDF schwarz roh oder satiniert, Vulkansandstein; vier Standardformate von 120 × 83 bis 173 × 120 cm; ohne, mit Perforation oder mikroperforiert

Über Formfeld

Formfeld entwickelt algorithmisch gestaltete Oberflächen aus hochwertigen Naturmaterialien. Grundlage jeder Arbeit sind eigens entwickelte Algorithmen, mit denen komplexe, dreidimensionale Strukturen präzise geplant und gefertigt werden; Entwurf, digitale Fertigung und handwerkliche Ausführung greifen dabei nahtlos ineinander und verbinden mathematische Präzision mit handwerklicher Sorgfalt.

Die ersten Formfeld-Oberflächen entstanden 2017 für den Blitz Club in München, in der ehemaligen Kongresshalle des Deutschen Museums. Fast jede Wand- und Deckenfläche musste akustisch wirksam sein, und kein Produkt am Markt überzeugte gestalterisch. So wurde die Vorgabe selbst zum Entwurf: Reliefs, von Algorithmen erzeugt statt als Muster gezeichnet, deren akustische Wirkung aus derselben Geometrie folgt, die einem Raum seine Präsenz gibt.

Ausgewählte Arbeiten

APEX Wall

Adidas Campus, Herzogenaurach, 2025

Eine 3,5 × 3,5 m große Wand aus rund 10.000 Facetten, jede mit einer trichterförmigen Vertiefung. Die Größe der Öffnungen folgt den Grauwerten eines ikonischen Bildes von Adi Dassler, sodass sich das Porträt aus der Entfernung über die Fläche zusammensetzt; jede Facette ist ein Unikat.

Digital Wood

Adidas Customer Brand Center, Herzogenaurach, 2021

Eine rund 5,4 × 3,3 m große Wand aus verleimter Buche, zu einem tiefen Freiform-Relief gefräst. Eine hinterleuchtete Perforation in ihrer Mitte bildet das Adidas-Logo: frontal sichtbar, ab einem bestimmten Blickwinkel verschwunden.

Blitz Club

Deutsches Museum, München, 2017

Die ersten Formfeld-Oberflächen, Teil des raumakustischen Konzepts dieses Musikclubs. Vorher hatte der Hauptraum eine Nachhallzeit von über 2,5 Sekunden; danach lag sie im gesamten Frequenzbereich unter einer Sekunde, mit bemerkenswert linearem Verlauf.

Die Menschen dahinter

Simon Vorhammer & Antonia Frey-Vorhammer
Foto: Constantin Mirbach

Simon Vorhammer & Antonia Frey-Vorhammer

Formfeld, München

Simon Vorhammer ist Architekt und Computational Designer. Seine Arbeit vereint algorithmische Gestaltung, Konstruktion, Materialperformance und digitale Fertigung. Er gründete Formfeld 2016 und schreibt seither die Algorithmen hinter dessen Oberflächen; gemeinsam mit Prof. Matthias Beckh leitet er zudem beckh & vorhammer, ein Planungsbüro für Tragwerksanalyse und parametrische Planung. Er studierte an der TU München und der ETSAM Madrid und arbeitete bei Foster + Partners in London, LAVA und AR-MA in Sydney.

Antonia Frey-Vorhammer ist Architektin und seit 2022 Teil von Formfeld. Sie entwickelt die Paneele und Oberflächen gemeinsam mit Simon Vorhammer und verantwortet Kommunikation und Vertrieb.

Besuch

Zehn Tage, zwei Adressen. Tagsüber die Ausstellung in der Festivalzentrale, abends die MANIFESTO Bar im SEVEN.
Die Festivalzentrale: der ehemalige Allianz-Turm am Hietzinger Kai
Tagsüber · 1130 Wien
Festivalzentrale
Hietzinger Kai 101, 1130 Wien
25. Sept. – 4. Okt., täglich 11:00–19:00
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Im SEVEN Concept Space in der Kirchengasse
Abends · 1070 Wien
SEVEN Concept Space
Kirchengasse 26, 1070 Wien
30. Sept. – 3. Okt., 19:00–22:30 · Sa bis 24:00
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Programm & RSVP